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Hühnerbänkli

Das Hühnerbänkli                  

 

Zuchtauslese ist eine der anspruchsvollen und spannenden Aufgabe für eine Züchterin oder Züchter im Laufe eines Jahres. Durch eine gut überlegte, kritische und zielgerichtete Auslese werden erste Weichen für die kommende Generation gelegt. Wenn diese Aufgabe konsequent und zielgerichtet angegangen wird, kann viel Ärger, Platz und auch Geld gespart werden. Ziel soll es sein vielversprechende Elterntiere miteinander zu verpaaren, die eine erfolgreiche Nachzucht erhoffen lässt. Tiere die nicht für die Zucht benötigt werden können als Eier- und Fleischlieferanten natürlich auch wertvolle Dienste erbringen.

 

Um was geht es?

Alle ausgewählten Zuchttiere sollen die rassetypischen Eigenschaften möglichst korrekt zeigen und in der Nachzucht festigen.

 

Wo liegen die Unterschiede von gezieltem Züchten und Vermehren?

Vermehren heisst alle jungen und gesunden Tiere miteinander zu verpaaren und auf möglichst viele Küken zu hoffen. Dabei kommt es nicht so sehr auf die rassetypischen Merkmale wie Haube, Kamm, Schwanz, Brust oder Grundfarbe an. Wichtig ist nur, dass die Tiere gesund und das Gesamtbild einigermassen stimmt. Der Richter soll dann im Herbst von den viel zu viel gezogenen Jungtieren einen passenden Stamm für die Ausstellung aussuchen.

 

Gezielt züchten hat viele wertvolle Vorteile. 

Es müssen weniger Jungtiere gezogen werden. Es braucht weniger Platz, weniger Futter, gibt weniger Mist, es muss weniger geschlachtet werden und der Auslauf bleibt grüner. Man kann also mit weniger Aufwand mehr wertvolle Tiere erwarten. 

 

Viele Züchterinnen und Züchter tun sich schwer mit dem führen eines Zuchtbuches.

Das ist auch durchaus verständlich, denn es ist immer mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden. Fallnestkontrolle ist für eine sich im Arbeitsprozess befindende Person kaum möglich. Andere Möglichkeiten der Abstammungskontrolle sind durchaus bekannt, erfordern aber ebenso einen Mehraufwand.

 

Wie kann eine Alternative aussehen um trotzdem gezielt und erfolgreich zu züchten?

Auslese muss während der ganzen Aufzuchtperiode, also vom Kükenalter bis zum Legebeginn sporadisch stattfinden. Klar ist, dass nur gesunde und frohwüchsige Tiere weiter betreut werden.

Bei der Handauslese kann z.B. auf Knochenbau (Rücken, Brustbein) Läufe, Schnabel, Kamm, Gefiederstruktur, Grundfarbe , Zeichnung usw. selektioniert werden. Diese Kontrolle muss altersbedingt mehrere Male während des Heranwachsens stattfinden. Die endgültige Zuchtauslese soll bis kurz vor Legebeginn verschoben werden, denn die Tiere müssen ihre Entwicklung abgeschlossen haben. Nun erhalten alle Jungtiere, bei denen nach der Handauslese keine groben Fehler festgestellt wurden einen farbigen Spiralring links oder rechts aufgezogen.

 

Züchten beruht immer auf Kombination. Was heisst das:

Beim Hahn und Henne dürfen niemals die gleichen Fehler oder Mängel vorhanden sein. Wenn die Henne z.B. einen gespaltenen Bart zeigt muss der Hahn einen korrekten solchen zeigen. Weil der Hahn immer die halbe Herde vertritt, soll er möglichst in allen Belangen die rassetypischen Merkmale ausgeprägt auf sich vereinen. 

 

Nun, was soll das Hühnerbänkli?

Nachdem das Wachstum abgeschlossen ist und die Farbringe aufgezogen sind, können die Tiere in ihrem natürlichen Umfeld auf dem grünen Rasen miteinander verglichen werden. Dabei ist wichtig, dass man sich der gesteckten Ziele und der spezifischen Rassemerkmale bewusst ist. Die Rassemerkmale können z.B. sein: Rumpf, Standhöhe, Rücken, Brusthöhe und Breite, Schwanzwinkel, offener oder geschlossener Schwanz usw. Es sind also alles Merkmale die in der Handauslese nicht beurteilt werden können. Nun kann das Hühnerbänkli eines der wichtigsten Dienste während der gesamten Jungtieraufzucht leisten. Der  Züchter/In kann sich in aller Ruhe mit einigen Leckerbissen oder Körner auf das Bänkli setzen und die Tiere beim Verzehr in ihrer gewohnten Umgebung beobachten. An Hand der Spiralringe ist es nun möglich, sich die tollsten Tiere zu notieren und für die Ausstellung oder Weiterzucht zu reservieren. 

 

Viel Spass auf dem Hühnerbänkli.

Andy Kräuchi

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